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Neues von ganz oben

Robot-Dance-Story

Mit einer automatisierten Anlage macht DB Schenker in Schweden Spielwaren für den Onlinehändler Lekmer.com versandfertig. Superschnell und topzuverlässig.

Bei der Reportage über das Warehouse von DB Schenker im schwedischen Arlandastad hatte das Team Verstärkung durch Roboter Wall-E aus dem gleichnamigen Film.  

Bild vergrößernDB Schenker Lager-Roboter, DB AG Ralf Kreuels

In dem Logistikzentrum bei Stockholm sind ebenfalls ­Roboter am Werk: DB Schenker macht dort mithilfe einer digitalisierten Anlage Bestellungen für Lekmer.com versandfertig, Skandinaviens größten Online-Händler für Spielwaren und Kinderbedarf. Das wollten sowohl Wall-E als auch „logistics“ erleben.
Aus der „Loge“ im Zwischengeschoss betrachtet, hat die Szenerie etwas von einem choreografierten Tanz – Robot-Dance sozusagen. Die Roboter sind kompakte, quaderförmige Gefährte, die sich leise surrend bewegen und silbern schimmernde Regale zum Tanzen bringen.

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In Wahrheit erleben das „logistics“-Team und sein aus Lego-Steinen gebauter Begleiter hier, einen Katzensprung von Stockholms internationalem Flughafen entfernt, ­die weltweit erste komplette Installation von CarryPick. DB Schenker Logistics Schweden hat das automatisierte Lager- und Picking-System nach dem Ware-zur-Person-Prinzip im Zuge der Digitalisierungsoffensive Logistik 4.0 installiert.

Zugeschnitten auf E-Commerce

„Es läuft topzuverlässig“, sagt Anders Holmberg. Der 44-Jährige ist als Strategic Business Development Manager quasi der Mann hinter der Lösung. „Die Warehouse-Logistik ist das Herz eines jeden E-Commerce-Anbieters. Die meisten behalten sie deshalb in der eigenen Hand – umso größer die Auszeichnung, dass wir sie für Lekmer.com übernehmen durften.“ 

Bild vergrößernDB Schenker Manager Anders Holmberg, DB AG Ralf Kreuels

Anders Holmberg

Was spielt sich hier genau ab? Die Lösung ist auf den schwedischen Anbieter mit seiner riesigen Produktpalette zugeschnitten. Auf 1.500 transportablen Edelstahlregalen lagern weit mehr als 30.000 Artikel, vom Puppengeschirr bis zum Lego-Bausatz. Insgesamt 65 Gefährte sind dazu da, Regale huckepack zu nehmen und sie zu den sieben Arbeitsplätzen zu fahren. Dort greifen sich Mitarbeiter die benötigte Ware. Versandfertig gemacht wird sie vor Ort von Hand oder ein paar Meter weiter in einer Verpackungsmaschine.

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Gesteuert wird das System, das der Schweizer Anbieter ­Swisslog entwickelt hat, von hochleistungsfähiger Software. Sie ­verwandelt unablässig Bestellungen von Lekmer-Kunden in „Marsch­befehle“ an die Transportroboter. „Wir nennen sie AGVs für Automated Guided Vehicles. Sie haben Elektroantriebe und orientieren sich anhand dieser Sticker“, sagt Anders Holmberg und deutet zum Hallenboden. Dort kleben in regelmäßigen Abständen zueinander viele Hundert QR-Codes. Aufwendige Technik, die vorab umfangreich erprobt wurde, zunächst mit Simulationen am Rechner, dann durch Testläufe.

Bild vergrößernDB Schenker Lager-Displays, DB AG Ralf Kreuels

Einen entscheidenden Vorteil sieht man sofort: Der Tanz der Roboter und Regale ist flott. „Tempo ist im E-Commerce das A und O“, sagt Holmberg. „Ist eine Lieferung nicht nach spätestens zwei Tagen beim Kunden, bestellen viele dasselbe noch mal anderswo.“ Was später ankommt, geht retour, und nächstes Mal wird da geordert, wo es fixer ging. Immer wichtiger werden auch „Same day deliveries“, Lieferungen am Tag der Bestellung. Insgesamt wickelt Lekmer.com pro Jahr rund eine Million Sendungen aus Skandinavien und den Niederlanden ab, alle über ­Arlandastad. Umso besser, dass DB Schenker die Pakete jetzt in Rekordzeit zum Transport übergeben kann.

Der Rundgang hat jetzt zu einem Arbeitsplatz geführt. „Das ist ja Wall-E, wie süß!“, sagt Mitarbeiterin Timea Pap mit amüsiertem Blick.

Bild vergrößernDB Schenker Mitarbeiterin beim Einpacken, DB AG Ralf Kreuels

Ein Regal fährt vor, und ein weiterer wichtiger Vorzug der Anlage wird sichtbar: als Lichtpunkt. Ein Projektor wirft ihn aufs oberste Regalfach. Dort nimmt sich die junge Frau einen Karton mit Elfenfiguren und legt ihn in ein offenes Fach zu ihrer Rechten. Auch hier weist ein Lämpchen den Weg. „Das System unterstützt uns bei jedem Schritt“, sagt Timea Pap und tippt auf einen Touchscreen. Das Regal fährt los, wenige Sekunden später gleitet das nächste heran. „CarryPick minimiert die Gefahr, dass ein Kunde etwas Falsches bekommt“, sagt Holmberg.

Software-Verknüpfung geschaffen

An einem der Arbeitsplätze laufen die Prozesse in umgekehrter Richtung. Hier gelangen Nachschub und Retouren zu den Regalen. Ob Inbound oder Outbound, die Mitarbeiter müssen sorgfältig geschult werden. Doch das zahlt sich aus: „Mit unserem Team aus einigen Dutzend Kräften stemmen wir auch das Weihnachtsgeschäft.“ Seit Mitte November läuft die Anlage rund um die Uhr. Jede Menge Aushilfen suchen und anlernen? Entfällt! Was ebenfalls zur hohen Wirtschaftlichkeit beiträgt: Da zwischen den Regalen kleine Roboter wuseln und keine Menschen mit wuchtigen Staplern, benötigt CarryPick weniger Platz und muss nur rund um die Arbeitsplätze beleuchtet und beheizt ­werden.

Einen wichtigen Baustein haben IT-Experten von DB Schenker in Schweden beigetragen: „Sie haben das Programm geschrieben, das die Software der Anlage mit unserem Warehouse-Management-System verknüpft“, so Holmberg. Damit ist eine zentrale Voraussetzung für den Einsatz der Lösung an weiteren Standorten erfüllt. Das Interesse ist da: „Es gab früh Anfragen. Wir sind uns bewusst, dass das hier eine Anlage mit strategischer Bedeutung ist, für Skandinavien und weit darüber hinaus.“

Letzte Aktualisierung: 15.01.2016

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